Wohnen und Arbeiten an einem Platz

Unser erklärtes Ziel ist es, vielfältige Beschäftigungsfelder am Wohnort zu schaffen, die im Einklang mit dem besonderen Ort stehen und die Gemeischaft ökonomisch unabhängig machen. Auf einigen Gebieten wird eine Selbstversorgung angestrebt, die im Sinne von Subsistenzwirtschaft auch nach Aussen wirken wird. Einige Aktivitäten sind bereits gut eingeführte Betriebe, andere sind in der Planungs- oder Entwicklungsphase.

Feuershow und Walkact

Sabine Schäfer
Tel.: 0173-8747527

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Ackern mit Pferde-Stärke

In der Geschichte der Landwirtschaft haben Traktoren erst vor vergleichsweise kurzer Zeit die wichtige Rolle eingenommen, die sie heute haben.

Die Zeitspanne, in der Tiere die landwirtschaftliche Arbeit erleichterten, ist viel viel länger und reicht bis in die Anfänge des Ackerbaus zurück. Deshalb hiessen die ersten Traktoren auch "Diesel-Rösser".

Seit einigen Jahren nutzen wir Pferde in der Landwirtschaft. Mit ihnen können wir Holz rücken, ohne große Schneisen in den den Wald zu schlagen und den empfindlichen Boden mit schweren Erntemaschinen zu belasten. Auch unsere Kartoffel- und Getreideäcker sowie die Wiesen und Weiden bearbeiten wir mit dem Pferd. Die Hauptarbeit erledigt zur Zeit unsere Stute "Tosca".

Mit der Pferdearbeit wollen wir nicht nur eine alte Tradition am Leben erhalten, sondern lang bewährte Techniken für die Zukunft weiter entwickeln. Pferde ermöglichen es uns, sehr ressourcenschonend zu arbeiten und unseren wertvollen Ackerboden schonend zu behandeln. Zugtiere brauchen keinen Diesel in den Tank, sondern sind in der Lage, sich ihr eigenes Futter zu erwirtschaften! Durch ihr - im Gegensatz zum Traktor - geringes Gewicht verdichten sie den Boden nicht.

Um gut mit dem Pferd ackern zu können, müssen wir mit viel Ruhe und Konzentration an die Sache heran gehen. Das tut nicht nur den Tieren, sondern auch uns Menschen gut. Die Arbeit mit dem Pferden gehört deshalb zu unseren ausgesprochenen Lieblingsbeschäftigungen.

Wenn es allerdings möglichst schnell gehen soll und wie z.B. beim Heu machen viel Arbeit in sehr kurzer Zeit geschafft werden muss, sind wir weiterhin froh, auf unsere Diesel-Rösser "Henry" und "Xaver" zurückgreifen zu können.

 

 

Wir möchten allen Interessierten die Möglichkeit bieten, sich ein Bild von unseren Kühen, vom Melken, von der Milchverarbeitung und von bäuerlicher Landwirtschaft zu machen. Deshalb bieten wir an:

  • Betriebsführungen durch Käserei & Kuhstall mit Kuhquiz
  • Vorträge aus dem Bereich Landwirtschaft, Gentechnik, Muttergebundene Kälberaufzucht, Biologischer Landbau u.v.m.
  • Bauernhof zum Anfassen: wie wird aus einem Büschel Gras ein Glas Joghurt?

Optimal für Bildungsfahrten, Tagesausflüge, Schulausflüge u.v.m. Für Jung und Alt, für Schulklassen und alle, die was Neues lernen möchten. Besonders gerne zeigen wir unseren Betrieb Menschen, die selber in die Landwirtschaft einsteigen wollen. 

Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an, um ein passendes Programm und Angebot für Sie zu entwickeln.

Kontakt | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Viele Jahrhunderte war er aus der Landwirtschaft gar nicht wegzudenken: der Ochse hatte nicht nur eine Bedeutung als Fleischlieferanten, sondern auch als Arbeitstier. Viele Milchkühe standen nicht nur im Stall oder auf der Weide, sondern wurden für verschiedene Arbeiten genutzt. Mit ihnen wurde der Boden bearbeitet, Waren und Personen transportiert und Holz aus dem Wald geholt. Das ist noch gar nicht so lange her – noch vor 70 Jahren war der Anblick von Arbeitspferden und -ochsen auf den Feldern ganz alltäglich. Das Angler-Rind ist als Drei-Nutzungsrasse gezüchtet worden: als Milchkuh, als Fleischrind und als Arbeitstier.

Zwei Jahre lang hat Björn mit unserem Ochsen Raban gearbeitet. Alte Arbeitsgeräte, die in Scheunenecken verstaubten, hat Björn wieder belebt, umgebaut und modernisiert. Zusammen haben Björn und Raban mit verschiedenen Anspanntechniken experimentiert und funktionale Arbeitstechniken entwickelt. Eine Besonderheit: der Ochse wird durch das Arbeiten nicht „abgenutzt“, sondern entwickelt prächtige Muskeln und hat damit eine sehr gute Fleischqualität, wenn er geschlachtet wird.

Zur Zeit ruht das Projekt "Arbeitsochse" und wir konzentrieren uns auf die Arbeit mit den Pferden, die im Vergleich mit den Ochsen einfacher zu handhaben sind. Im Hinterkopf tragen wir weiter die Idee, irgendwann in den nächsten Jahren - mit dem gesamten Erfahrungswissen, das wir aus der Pferdearbeit gewonnen haben - wieder einen Ochsen aufzuziehen und für den Arbeitseinsatz anzulernen.

Alte Nutztierrassen in Thüringen: Zukunft statt Museum

Um Milch auf eine Art und Weise zu produzieren, die angepasst ist an Boden und Klima um Schloss Tonndorf brauchen wir eine Kuhrasse, die mit dem Futter, das hier wächst, und dem Klima im Weimarer Land gut zurecht kommt und dabei eine Milchleistung erbringt, die ihren eigenen Organismus nicht überlastet und trotzdem wirtschaftlich ist.
In der konventionellen Landwirtschaft ist die Herangehensweise umgekehrt. Dort wird das Hauptaugenmerk darauf gelegt, Hochleistungskühe so zu füttern, dass sie möglichst viel Milch geben. Der Preis ist, dass dieses Kühe kaum auf die Weide kommen, viel Silomais und Sojaschrot fressen und in der Regel nicht sehr lange leben.

Für einen Betrieb wie unseren ist eine Hochleistungsrasse, die auf große Mengen von Kraftfutter angewiesen ist, überhaupt nicht geeignet. Bei den alten Nutztierrassen, wie sie vor 50 oder 100 Jahren überall verbreitet waren, sind wir fündig geworden: das Angler Rotvieh Alter Zuchtrichtung ist im Jahre 2002  von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ bestimmt worden. Das Angler Rind ist auch Passagier der Arche des Geschacks, einem internationalen Slow Food Projekts zu erhaltung der Biodiversität. Das ursprüngliche Angler Rind ist ein so genanntes Zweinutzungsrind, d.h. dass sowohl die Milchleistung als auch die Fleischleistung bei der Zucht berücksichtigt werden. Das besondere an dieser alten, robusten Rasse ist ihre gute Anpassungsfähigkeit an extreme Klimabereiche, ihre Langlebigkeit und Fruchtbarkeit. Hervorzuheben ist der hohe Fettgehalt der Milch dieser Rasse. Das Angler Rotvieh wurde in viele andere Rassen eingekreuzt, wie beispielsweise das Harzer Rotvieh.

Das Angler Rotvieh passt gut auf unseren "Tonndorfer Schlossberg", wo es im Winter oft besonders eisig ist und im Sommer oft besonders trocken. Die Kühe sind für den Weidegang sehr gut geeignet, weil sie kleiner und leichter sind als Hochleistungskühe und harte, robuste Klauen haben. Ihre fett- und eiweißreiche Milch eignet sich hervorragend für die handwerliche Milchverarbeitung. Auf unserem Betrieb ist auch wichtig, dass das Angler Rotvieh seine Milchleistung gut an die Futtergrundlage anpassen kann, da unsere Futterqualität sehr vom Wetter abhängt und schwankend ist.

Der Anblick unserer roten Kühen auf der sattgrüner Weide in der warmen Abendsonne ist unvergleichlich schön. Wir freuen uns, dass wir damit einen Beitrag leisten, eine seltene Rasse zu erhalten, von der es nur noch einige hundert Exmplare in ganz Deutschland gibt.

Zuchtverband

Für viele Leute, die außerhalb der Landwirtschaft leben und arbeiten, klingt das, was wir machen, ganz einfach und selbstverständlich: ein Kalb, dass seine tägiche Milchration direkt aus dem Euter seiner eigenen Mutter trinkt und nicht mit Wasser angerühtes Milchpulver aus einem Tränkeeimer.

Tatsächlich gibt es das aber in der Milchkuhhaltung so gut wie nie. Die absolute Regel ist, dass Kälber von Milchkühen direkt nach der Geburt oder spätestens eine Woche danach von ihrer Mutter getrennt werden und entweder mit Milchaustauscher oder mit Vollmilch großgezogen werden.  

Für unser System der Muttergebundenen Kälberaufzucht müssen wir unseren Tieren viel Zeit und Beachtung schenken. Zusammen mit den Kühen und Kälbern haben wir gelernt, wie es am besten funktinioniert. Die Herausforderungen sind, dafür zu sorgen, dass das Kalb die richtige Menge Milch trinken kann (nicht zu viel und nicht zu wenig) und dass sich Mutter und Kalb daran gewöhnen, auch getrennt zu sein, damit der Abschiedsschmerz nicht zu groß ist, wenn das Kalb abgesetzt wird.

Gleich vom ersten Tag an fangen wir an, Mutter und Kalb für einige Zeit zu trennen - erst einige Stunden, dann einen halben Tag, dann langsam mehr. Zu den Melkzeiten kommt das Kalb ans Euter. Drei der vier Zitzen der Kuh werden mit der Melkmaschine gemolken - und an der vierten darf das Kalb nuckeln. Nach ungefähr zwei bis drei Wochen haben Kalb und Kuh nachts nur noch Sichtkontakt, ohne dass das Kalb trinken kann. Daran gewöhnen sich alle Beteiligten recht schnell. Unsere bisherige Erfahrung zeigt: die Kälber sind sehr gesund, wachsen schnell und fangen schon sehr früh an, neben der Milch Heu und Gemüsereste zu fressen, wie es auch ihre Mütter tun. Nach ungefähr dreieinhalb Monaten - das Kalb ist zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich groß und kräftig - werden Mutter und Kalb getrennt: das Kalb kommt zu den anderen älteren Kälbern und trocken stehenden Kühen, die Mutter bleibt bei den Milchkühen.

Es gibt eine Handvoll Betriebe in Deutschland, die muttergebundene Kälberaufzucht machen. Von diesen Betrieben haben wir uns inspirieren lassen. Einer dieser Betriebe ist das Hofgut Rengoldshausen am Bodensee, der vierzig Original Braunvieh Kühe mit Nachzucht hält, die gesamte Milch als Vorzugsmilch vermarktet und hat schon einige Jahre Erfahrung mit der muttergebundenen Kälberaufzucht. 

EIn Blick in natürliche Herden zeigt: Die Mutter hat nicht von Anfang an eine Bindung zu ihrem Kalb. Wird ein Kalb tot geboren, nehmen das die meisten Kühen verhältnismäßig gleichgültig hin. Das ist auch der Grund, warum die Trennung von Kuh und Kalb direkt nach der Geburt relativ problemlos funktioniert. Erst nach der Geburt wird durch die Lebenszeichen des Kalbs einerseits und das Lecken und Säugen und das typische brummende Muhen der Mutter andererseits die Prägung aufeinander ausgebildet. In der ersten Lebenswoche ruht das Kalb noch sehr viel und Mutter und Kind halten sich eher am Rande der Herde auf. Ab der zweiten Woche geht die Mutter mit dem Kalb zur Herde und frisst mit den anderen Kühen, während sie das Kalb der Kälbergruppe innerhalb der Herde anvertraut, die von einer Kuh oder einem Stier bewacht wird. Nach fünf Monaten fängt das Kalb an, mit den älteren Kühen zusammen zu weiden. Mit 8-9 Monaten setzt die Mutter ihr Kuhkalb ab, in dem sie es beim Trinken wegstößt. Bullenkälber werden von ihren Müttern erst mit 11-12 Monaten abgesetzt.

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Zimmervermietung

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Sa, 21.11.20 17:00
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