Die "Weisse Frau" - unser Schlossgeist begleitet uns in unserem Leben auf dem Schloss. Manche spüren sie, einige sehen sie, der Rest von uns lächelt. Es mag sein wie es sei, Die Weisse Frau gehört zum Schloss.

Vier Geschichten über die "Weisse Frau" gesammelt von Hermann Rauchfuss, dem Besitzer des Schlosses von 1894-1919

Figur

Die weiße Frau von Tonndorf lebte einst mit ihrem ritterlichen, stolzen Gemahl, einem Grafen von Orlamünde, auf der Burg. Der Himmel hatte ihnen Kinder versagt. Der Graf beteiligte sich an einem Kreuzzuge, um am heiligen Grabe Gott um einen Stammhalter anzuflehen. Nach langer Kriegsfahrt kehrte er unversehrt in die Heimat zurück.

Von Berka aus sandte er sein Gefolge auf dem nächsten Wege über sein Dorf Diephenburnen (heute Tiefengruben) nach Tonndorf. Er selbst machte, nur von einem Knappen begleitet, einen Umweg über das von ihm und seiner Gemahlin gegründete Kloster Muncheszella, dem heutigen München an der Ilm, um dem Prior die Reliquien zu übergeben, welche er aus dem heiligen Lande mitgebracht hatte.
Nachdem er dort in der Kirche gebetet, den Heiligen für seine glückliche Rückkehr gedankt und zuletzt noch einen Ehrentrunk erhalten hatte, ritt er durch das Münchtal seinem geliebten Tonndorf zu.

Von der Zinne der Burg erschaute ihn die hohe Burgfrau und winkte ihm glückstrahlend mit einem langen weißen Schleier den Willkommensgruß zu. Unweit vom Dorfe brach plötzlich eine feindliche Schar aus dem Hinterhalt hervor. Ehe Hülfe von der Burg gebracht werden konnte, wurde der Graf vor den Augen seiner entsetzten Gemahlin fast unter den Mauern seiner Feste erschlagen.

Vor langer, langer Zeit amtierte in Tonndorfs Pfarre ein gelehrter Mönch aus dem Peterskloster in Erfurt. Die Urkunden nennen uns seinen Vornamen und reden reden von dem Pater Dietericus de Tuncdorp. Als Dominus, Herr, wird er bezeichnet, was als hohe Standesbezeichnung im Mittelalter galt. Manche sind der Ansicht, dass er der Familie der Burggrafen von Kirchberg entstammte, welche die Niederherrschaft Kranichfeld besaßen, in der der Vorname Dietrich erblich war. Wegen einer raschen unüberlegten Tat sei er als Sühne ins Kloster gegangen. Er war ein großer starker Mannn, ebenso furchtlos und ein Kämpfer für die Kirche. 1857 450 600Die Weisse Frau im kleinen Turm

Bei den Mönchen in Muncheszella an der Ilm war er ein gern gesehener Gast. Ob er dort nur betete und die Fastenübungen mitmachte, oder ob auch er herausgefunden hatte, dass der hochwürdige Abt von Muncheszella die schönsten Forellen in seinen Teichen hatte und zur besseren Verdauung dieser edlen Tiere einen hervorragenden Klosterwein hütete, der nicht auf thüringer Bergen gewachsen war, sagen die Chronisten nicht.

Einst kehrte Pater Dietericus zu später Stunde vom Kloster nach Tonndorf zurück. Als er aus dem Walde, die Hardt genannt, heraustrat, sah er im Lichte des Vollmonds die Burg auf der Höhe liegen. Er gedachte, wie einst an derselben Stelle der Graf von Orlamünde seine Feste erschaute, wie er voll Glück und Freude gewesen, nun bald sein trautes Weib umarmen zu können, wie er dann erschlagen wurde und seitdem die weiße Frau umgehe. Was sein Geist erdacht hatte, sah er im Weiterschreiten mit seinen Augen. Er sah von der Zinne der Burg eine weiße Gestalt herabschweben, sah sie bei den Sühnekreuzen haltmachen, und dann geradezu auf die Kirche gehen, die am Ende des Dorfes lag.

Als im Jahre 1894 das Schloß in Privatbesitz überging, wurden alte Wirtschaftsgebäude im inneren Hofe, das Brauhaus und Backhaus, welche auf den Fundamenten des alten Pallas in Fachwerk errichtet waren, abgebrochen. Man ließ die noch wohl erhaltenen alten Keller unter ihnen bestehen. Der vordere unmittelbar an den Kellerhals anstoßende, wurde Kohlenkeller, in einen zweiten, senkrecht auf diesen stoßenden, wurde eine Regenwasserzisterne eingebaut. Der Eingang zu diesen Kellern liegt jetzt frei. Ehedem befand er sich im Hause.Die Kreuze am Weg Die Kreuze am Weg

Steigt man die zwanzig Stufen der Kellertreppe hinab und wendet sich links, so befindet man sich im Kohlenkeller, an dessen Außenwand sich ein enger Mauerschlitz befindet. Die Kelleranlage heißt im Volksmund der "Hexenkeller". Nur schwer waren weibliche Personen zu bewegen, ihn bei Dunkelheit zu betreten. Fest und steif wurde behauptet, im Keller sei es nicht geheuer, die alten Ritter seien dort begraben, die weiße Frau erscheine dort.

Eines Abends kamen zwei Mägde, die noch in später Stunde Kohlen holen mussten, Hals über Kopfmit allen Anzeichen des Entsetzens auf den Gesichtern herausgestürzt. Die Lampe lag in Trümmern im Keller, die Kohlenkasten daneben. Was war geschehen?

Die weiße Frau war ihnen leibhaftig im Keller begegnet. Nun wurde dem Besitzer des Schlosses die Sache doch zu bunt. Ich lasse seine Auslassungen darüber wörtlich folgen:

So fest eingewurzelt war der Glaube an das Schlossgespenst, dass noch um die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts der damalige Pfarrer des Ortes versichert hat, er habe, wenn er von seinen Dienstgängen nach Kranichfeld oft spät in der Nacht zurückkehrte, bei Abwesenheit der Schlossherrschaft einen von Fenster zu Fenster sich durch das ganze Schloß fortbewegenden Lichtschein deutlich gesehen.

Computer

Unwillkürlich taucht die Gestalt des alten Pater Dietericus auf und sein Abenteuer mit der weißen Frau!

Aber auch von anderer glaubwürdiger Seite ist die Beobachtung des Pfarrers bestätigt worden.

Der im Dorfe wohnende Kutscher des Schlosses, mit Namen Boll,ein baumlanger, starker, bedächtiger Holsteiner, er ist im Weltkriege gefallen, sah eines Abends denselben wandelnden Lichtschein in den Fenstern des Schlosses. Da er Einbrecher vermutete, ist er hinaufgegangen, hat die in der Vorburg wohnende Wirtschafterin geweckt und mit ihr das ganze Haus durchsucht, ohne etwas zu finden.

Also doch --- die weiße Frau! (...)

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